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Pressemitteilung zum 2. Frühjahrssymposium 2018 in Duisburg

Am 2. März 2018 lud der Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin (DVMD e. V.) zum Frühjahrssymposium ein. Mit diesem Veranstaltungsformat bietet der Verband der Branche ein Update zu den wichtigsten Fachthemen in den Jahren zwischen seinen großen zweijährlichen Fachtagungen. Etwa 110 engagierte Dokumentare, Forscher, Lehrende und weitere Interessierte aus Deutschland und dem Ausland kamen hierzu in Duisburg zusammen. In ihrem Fokus standen Klassifikationen und Gesundheitsstatistik.

Wozu Klassifikationen? Die einheitliche Verschlüsselung von Diagnosen und Therapien im Gesundheitswesen ist nicht nur für die Leistungsabrechnung im stationären Bereich von wesentlicher Bedeutung. Die Kodierung liefert auch national wie international die Basis für allgemeine Gesundheitsstatistiken und für die Epidemiologie. Zuverlässige, vergleichbare Analysen setzen daher allgemeingültige Begriffssysteme voraus – international akzeptierte Klassifikationen, Nomenklaturen, Ontologien, Taxonomien und Terminologien. Ihnen war das Frühjahrssymposium gewidmet.

So gibt es bei der WHO drei Referenzklassifikationen: ICD (International Classification of Diseases) zur Kodierung von Diagnosen, ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) zur Klassifikation von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit sowie ICHI (International Classification of Health Interventions). Bei der ICHI geht es um die Kodierung von Operationen und Prozeduren. Bis heute liegt hier keine weltweite Klassifikation vor, allenfalls gibt es nationale Lösungen – und die vor allem in den Industrieländern.

Mit der ICHI soll durch die Arbeit der WHO eine Klassifikation entstehen, die sich weltweit einsetzen lässt. Sie wird absichtlich eher schlank gehalten, damit auch Länder, die noch gar keine Klassifikation haben, sie nutzen können. Enthalten sind eine Kernstruktur und Erweiterungscodes, die unter anderem für Abrechnungszwecke verwendet werden können. Im April 2018 erscheint die Beta-Version der ICHI. Nach einem Review erfolgt der Abstimmungsprozess mit der WHO. Es ist geplant, dass die ICHI spätestens 2020 veröffentlicht wird. Die gültigen deutschen OPS (Operationen- und Prozedurenschlüssel) wird sie jedoch nicht ersetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Frühjahrsymposiums lag auf dem internationalen medizinischen Klassifikationssystem ICD. Dieses Kerninstrument der Diagnoseverschlüsselung des öffentlichen Gesundheitswesens für den ambulanten und stationären Bereich liefert wichtige Informationen für Prävention, Behandlung und Forschung. Etwa 150 Länder, so Dr. Robert Jakob von der WHO in Genf, nutzen die ICD-Klassifikationen bisher systematisch, weitere arbeiten daran. Die wichtigste Neuerung in der elften Revision ist deren vollelektronische Nutzung.

Die Nutzungsziele und die Interpretation von Gesundheitsstatistiken sowie deren Optimierungsbedarf waren Themen der Vorträge weiterer Experten. Die DVMD-Vorsitzende Annett Müller resümierte: „Die DVMD-Tagungen vermitteln aktuelle Fachinformation und Kompetenz für die Neuerungen und Herausforderungen, die uns erwarten. Klassifikationen sind wichtige Werkzeuge für die inhaltliche Erschließung medizinischer Informationen, die bei unterschiedlichen Nutzern bei bestimmten Fragestellungen zum Einsatz kommen. Um die nicht standardisiert vorliegenden Daten für die unterschiedlichen Nutzergruppen wie z.B. Landesgesundheitsämter verfügbar zu machen, wendet man verschiedene Klassifikationssysteme an.“

Sie können die gesamte Pressemitteilung auch als PDF herunterladen.